Ladung sichern am Anhänger: Zurrgurte richtig einsetzen

Der Schließmechanismus eines Zurrgurts

Eine ungesicherte Ladung ist kein Kavaliersdelikt – sie gefährdet alle Verkehrsteilnehmer und kann schwerwiegende rechtliche Folgen haben. Wer einen Anhänger nutzt, ist nach § 22 StVO verpflichtet, seine Ladung so zu sichern, dass sie auch bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutscht, umfällt oder herabfällt. Zurrgurte sind dabei das zentrale Hilfsmittel. Wie man das Gurtschloss korrekt bedient, welche Methode zum Ladung verzurren am besten passt und welche Fehler sich leicht vermeiden lassen – das zeigt dieser Ratgeber.

Zurrgurte am Anhänger: Bedienung, Methoden und häufige Fehler

Zurrgurte bestehen aus einem reißfesten Gurtband und einem Ratschenmechanismus, über den sich die Spannung stufenlos einstellen lässt. Richtig eingesetzt halten sie die Ladung zuverlässig an ihrem Platz – vorausgesetzt, Bedienung und Methode stimmen.

Das Gurtschloss richtig bedienen

Schon beim Einlegen des Gurtes passiert einer der häufigsten Fehler: Das freie Gurtende muss immer von der Unterseite – erkennbar an den Federn des Mechanismus – in das Gurtschloss eingeführt werden. Nur so greift die Ratsche korrekt und überträgt die volle Spannkraft. Nach dem Einlegen die Ratsche betätigen, bis der Gurt satt anliegt, und anschließend prüfen, ob das Gurtschloss vollständig eingerastet ist. Sollte ein einzelner Gurt nicht ausreichen, lassen sich zwei Zurrgurte miteinander verbinden – Knoten sind dabei ausdrücklich verboten, da sie die Tragfähigkeit des Gurtes erheblich reduzieren.

Die 3 häufigsten Methoden, um die Ladung zu verzurren

Nicht jede Zurrmethode passt zu jeder Ladung. Je nach Form, Gewicht und Empfindlichkeit des Transportguts gibt es unterschiedliche Ansätze für die Ladungssicherung.

1. Niederzurren
Der Zurrgurt wird quer über die Ladung gelegt und an den Zurrpunkten des Anhängers befestigt. Durch das Spannen der Ratsche wird die Ladung nach unten auf die Ladefläche gedrückt – die Reibung zwischen Ladegut und Untergrund steigt und verhindert ein Verrutschen. Das Niederzurren ist die schnellste und bekannteste Methode und eignet sich besonders für formstabile Güter wie Kisten, Paletten oder Maschinen. Wichtig: Der Winkel zwischen Gurt und Ladefläche sollte mindestens 35° betragen. Antirutschmatten unter der Ladung erhöhen den Reibwert und verbessern die Sicherungswirkung spürbar.

2. Diagonalzurren
Beim Diagonalzurren – einer Form des Direktzurrens – werden die Zurrgurte direkt zwischen den Zurrpunkten am Fahrzeug und der Ladung gespannt, jeweils von einer Ecke zur gegenüberliegenden. Die Gurte werden dabei nur leicht angezogen, weil die Sicherungswirkung über die Zugrichtung entsteht, nicht über Anpressdruck. Diese Methode ist besonders dann sinnvoll, wenn ein Niederzurren nicht möglich ist – etwa bei empfindlichen Gütern, die durch zu hohe Spannung beschädigt werden könnten, oder bei unregelmäßig geformten Lasten.

3. Schrägzurren
Das Schrägzurren gehört ebenfalls zur Gruppe des Direktzurrens. Im Unterschied zum Diagonalzurren werden die Zurrmittel nicht von Ecke zu Ecke, sondern parallel oder im rechten Winkel zur Ladefläche angebracht. So lässt sich die Ladung gezielt in Längs- oder Querrichtung sichern. In der Praxis wird das Schrägzurren häufig ergänzend eingesetzt, um eine allseitige Sicherung zu erreichen – zum Beispiel wenn das Niederzurren allein nicht ausreicht.

Weitere Ratgeber rund ums Thema Anhänger finden Sie in unserem Ratgeber-Bereich.

Das Wichtigste zur Ladungssicherung auf einen Blick

Das freie Gurtende immer von der Unterseite (Federseite) in das Gurtschloss einführen – nur so sitzt der Zurrgurt korrekt und überträgt die volle Spannkraft.

Ladung gleichmäßig verteilen, Schwerpunkt möglichst niedrig und mittig halten – nie hecklastig laden.

Schwere Güter mit mindestens zwei Zurrgurten sichern, die wechselseitig angebracht werden.

Die passende Methode zum Ladung verzurren wählen: Niederzurren für formstabile Güter, Diagonalzurren für empfindliche oder unregelmäßig geformte Ladung.

Nur normgerechte Zurrgurte nach EN 12195-2 verwenden – beschädigte oder ablegereife Gurte vor jeder Fahrt aussondern.

Häufige Fragen rund um Zurrgurte und Ladungssicherung

Rund um das Thema Zurrgurte, Gurtschloss und die richtige Zurrmethode tauchen in der Praxis immer wieder ähnliche Fragen auf. Die wichtigsten haben wir hier kompakt beantwortet – mit Fokus auf Aspekte, die über die oben beschriebenen Grundlagen hinausgehen.

Fazit: Wer richtig zurrt, fährt sicher

Ladungssicherung am Anhänger ist keine Frage des Aufwands, sondern der Verantwortung. Wer das Gurtschloss korrekt bedient, die passende Zurrmethode wählt und die Spannung der Zurrgurte regelmäßig kontrolliert, schützt nicht nur sein Transportgut – sondern auch sich selbst und alle anderen auf der Straße. Die Grundregeln sind überschaubar; entscheidend ist die konsequente Umsetzung bei jeder einzelnen Fahrt.

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